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Was Du von Erfolgsmagnet Jürgen Klopp über den Umgang mit Menschen lernen kannst: 5 Tipps wie Du Dir ein Beispiel nehmen kannst

Erst einmal vorab – dies ist kein Artikel über Fußball, sondern die Geschichte eines außergewöhnlichen Mannes. Du kennst ihn bestimmt, auch wenn Du Dich gar nicht für Fußball interessierst. Wenn Du aus Versehen in eine Fußball-Pressekonferenz schaltest und überrascht feststellst, dass da ja jemand richtig gutes Englisch spricht und – wow diese Zähne sind echt weiß! – dann hast Du bestimmt Jürgen Klopp gesehen. Dieser Artikel ist keine Lobhudelei. Es ist eine objektive Analyse eines ungewöhnlich erfolgreichen Mannes. Wenn Dich der Fußballteil nicht interessiert, überspringe die beiden ersten Abschnitte (in kursiv) und starte direkt mit der Charisma-Analyse.

Dieser Artikel ist relevant für Dich, wenn Du…

  1. Menschen führst/unterrichtest oder einmal Menschen führen/unterrichten möchtest.
  2. Besser mit Menschen zurechtkommen möchtest.
  3. Deinen Einfluss vergrößern möchtest.
  4. Lernen möchtest, anderen Menschen ein gutes Gefühl zu geben.
  5. Mit Kindern oder Jugendlichen zu tun hast.

Oder einfach…

6. Jürgen Klopp ziemlich gut findest.

Jürgens Geschichte im Schnelldurchlauf

Als Fußballer „mäßig begabt“ wurde der junge Jürgen im Jahr 2001 mit knappen 30 Jahren vorübergehender Trainer des FSV Mainz 05, welcher in der 2. Bundesliga auf einem Abstiegsplatz herumdümpelte. So richtig sah damals keiner hin, bis Mainz plötzlich nicht nur den Klassenerhalt schaffte, sondern drei Jahre später plötzlich in der ersten Bundesliga stand. So weit, so gut. 

Vier Jahre später wechselte Jürgen den Verein und begann, Borussia Dortmund zu trainieren…Drei Jahre später gewann Dortmund die deutschen Meisterschaften. Seit 2015 ist Jürgen Klopp Cheftrainer beim FC Liverpool  – eine Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt auf dem zehnten Tabellenplatz der Premier League, dem englischen Pendant der Bundesliga, steht, und ja – vier Jahre später passierte das Unglaubliche: Liverpool gewinnt die Champions-League. Hinweis: Das bedeutet, dass Jürgen Klopp die Mannschaft nicht nur von Platz 10 der Premier League an die Spitze der Premier League befördert hat (denn nur so ist eine Teilnahme an der Champions-League überhaupt möglich), er hat eben jene Champions-League dann auch noch gewonnen. Welttrainer des Jahres – dieser Titel wurde Klopp in der Folge verliehen.

Was genau hat er getan? Was ist sein Geheimnis?

Was bedeutet es, Profifußballtrainer zu sein?

Es gibt kaum Artikel, in denen Jürgen Klopp nicht innerhalb des ersten Absatzes als „sympathisch“, „locker“ oder „charismatisch“ beschrieben wird. Irgendetwas scheint dieser Mann zu haben, was die Leute direkt in seinen Bann zieht. Dieser Typ wird von seinen Spielern geliebt und auch die Medien scheinen nicht genug von ihm bekommen zu können. Und das in einem der undankbarsten Berufe überhaupt. Um dem Geheimnis von Jürgen Klopp auf die Spur zu kommen, ist es zunächst einmal wichtig zu verstehen, was es überhaupt in psychologischer Hinsicht bedeutet, Profifußballtrainer zu sein.

Profifußballtrainer haben vielleicht vieles, aber eins haben sie definitiv nicht: Ein leichtes Leben. Hat man als Trainer Erfolg, sicherlich, dann wird man als Held gefeiert. Aber gemeinsam mit dem Ruhm kommt auch ein gewaltiger Druck. Bei Misserfolg ist man immer der Schuldige und kann von heute auf morgen den Job verlieren. Ein Profifußballtrainer hat also keinerlei Jobsicherheit, er steht unter ständiger Beobachtung, muss ein Vorbild sein, muss den Druck abfedern, der auf den Spielern lastet. Ein Profifußballtrainer muss mit den Medien umgehen können, er muss die unterschiedlichsten Spielercharakteren und -nationalitäten verstehen und vereinen können. Die Sportpsychologie liefert Erkenntnisse, dass Profitrainer besonders im Bereich der sozialen Beanspruchung wesentlich belasteter sind als nebenberufliche oder ehrenamtliche Trainer1

Da im Fußball im Mittel sehr viel weniger Tore fallen als in anderen Sportarten, spielt der Faktor Glück im Fußball eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Das sind natürlich schlechte Nachrichten für den Trainer, da es in der Konsequenz bedeutet, dass der Trainer das Spielergebnis weniger kontrollieren kann als in anderen Sportarten. Die eigene Mannschaft ist vielleicht besser, schießt aber zweimal gegen den Pfosten. Beim Basketball, wo eine Mannschaft im Schnitt fast 100 Körbe pro Spiel wirft, reflektiert der Endstand des Spiels sehr viel besser das Leistungsgefälle zwischen den Mannschaften. Hinzu kommt, dass der Trainer während der Spielzeit an der Seitenlinie unter extremer psychophysischer Belastung steht und im Gegensatz zu den Spielern nicht direkt ins Spielgeschehen eingreifen kann. Das beeinflusst das Stresserleben massiv.

In der Arbeitspsychologie wird dieser Zusammenhang mithilfe eines berühmten Modells beschrieben2, welches zwei Variablen als zentral für den Stress im Job beschreibt: Arbeitsanforderungen und die Kontrolle auf der Arbeit. Sind die Arbeitsanforderungen hoch, so kann das abgefedert werden durch viel Kontrolle, d. h. einen hohen Handlungsspielraum…welchen man aber als Profifußballtrainer nicht hat – also Quintessenz: Ein super fordernder Job, welcher zu Stress führt und im Extremfall Depressionen nach sich ziehen kann! Jürgen Klopp meistert dieses Amt jedoch mit einer Leichtigkeit und Lockerheit, die ihresgleichen sucht. Ein guter Grund, sich diesen Mann einmal genauer anzusehen.

Die Charisma-Analyse: Was macht Jürgen Klopp anders?

Wenn man Jürgen Klopp eine Weile beobachtet, dann fallen mehrere Dinge auf. Vor allem fällt auf, wie die Menschen auf ihn reagieren. Meist lachen sie nach kurzer Zeit oder sie werden emotional. Woran liegt das? 

Folgende Eigenschaften und Grundsätze erachte ich als zentral für seinen Erfolg: 

Punkt 1: Glauben und Werte

„I am Christian, so see you!”. Mit diesen Worten bekannte sich Klopp in einer Videobotschaft an einen todkranken Fan des FC Liverpool in aller Öffentlichkeit zu seinem christlichen Glauben. Er bezeichnet den Glauben als seine „Grundfeste“. Er helfe ihm dabei, zu sehen, dass das Leben ein Geschenk sei. „Und mit Geschenken geht man idealerweise richtig um“.

Tatsächlich legen Studien nahe, dass Religiosität bzw. Spiritualität „nützliche“ Eigenschaften sind3. Man ist weniger depressiv, erholt sich nach Krankheiten schneller, auch der Umgang mit Stress sei besser und das Wohlbefinden höher. Im Umgang mit anderen Menschen kann Glaube zu mehr Mitgefühl und Empathie führen. In Zeiten der Ungewissheit und des Leides kann Glaube Hoffnung und Orientierung geben. Und wenn ich Glaube sage, meine ich dabei nicht ausschließlich religiösen Glauben, sondern den Glauben an irgendetwas. Wenn Du an etwas glaubst, zweifelst Du weniger. Wenn Du weniger zweifelst, entwickelst Du eine größere Zugkraft und Strahlkraft. Wenn Du glaubst, erlebst Du mehr Sinn, und Sinn ist einer der größten Motivatoren.  

Wer an etwas glaubt, hat meist auch gewisse Werte, was sich bei Klopp sehr deutlich zeigt: Zum Beispiel ist ihm ein gewisser zwischenmenschlicher Verhaltenskodex sowie Loyalität zwischen den Spielern wichtig („Arschlöcher werden sofort verkauft“). Wenn Du Werte hast und danach handelst, flößt das anderen Menschen Respekt ein. Du wirst in einer positiven Art berechenbar. Du bestimmst die Welt, in der Du leben willst, aktiver mit.

Punkt 2: Ehrgeiz und Durchhaltevermögen 

Trotz der Lockerheit, von der im Zusammenhang mit Klopp immer die Rede ist, stellt man doch bei genauerem Hinsehen fest, dass ein Teil seines Erfolgs auf sehr disziplinierte Wesenszüge zurückgeht. Klopp ist jemand, der es gewohnt ist, hinzufallen und aufzustehen. Elf Jahre spielte er bei Mainz, davon sieben Mal gegen den Abstieg aus der zweiten Liga. Zusätzlich wurde er mit 21 Jahren Vater, studierte parallel Sportwissenschaft und fuhr abends zum Training. All dies zeigt, dass er die Dinge, für die er brennt, mit extremem Durchhaltevermögen verfolgt. „Der vollkommene Einsatz ist der einzige Weg, um alles aus sich herauszuholen“.

Es ist nicht unbedingt leicht, die Sache zu finden, für die man brennt, aber wenn man sie gefunden hat, ist Klopp das beste Beispiel, dass es sich lohnt, „am Ball“ zu bleiben – auch wenn es zu Niederlagen kommt („Niederlagen sind dazu da, zu entwickeln, was man an sich, an der Situation und an den Maßnahmen ändern sollte.“).

Punkt 3: Nahbarkeit und Emotionen

Jürgen Klopp ist ein hervorragender Rhetoriker und das ist definitiv Teil seines Erfolges. Beim Sprechen sind Leidenschaftlichkeit und die persönliche Ansprache der Zuhörer seine Markenzeichen. Er verwendet – wahrscheinlich unbewusst – eine Technik, die in der Sozialpsychologie Self-Disclosure (Selbstöffnung) genannt wird, indem er persönliche Informationen preisgibt („Ich bin Christ“, „aus der Tiefe meines Herzens“, „Ich komme aus dem Schwarzwald und da sagt man…“). Er hält fast immer beständigen Augenkontakt mit dem Gegenüber und meist reagiert in einer sehr persönlichen und emotionalen Art auf den Gesprächspartner. Man hat das Gefühl, dass Klopp immer auch am Gegenüber interessiert ist. Er sieht den Menschen hinter dem Spieler, hinter dem Reporter.

Klopp ist leicht emotional anzusprechen und reagiert dann auch meist in entsprechender Weise. Wir haben die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen in Klopp schon gesehen. Wenn er wütend ist, dann ist er rasend wütend. Fast steht ihm der Schaum vor dem Mund, nicht nur einmal wurde er als Trainer des Platzes verwiesen. Wenn er glücklich ist, dann strahlt er, nimmt seine Spieler in den Arm, ist witzig, herzlich und fast kindlich. Diese Emotionen machen ihn immer nahbar. Ein großer Teil seines Charismas und seiner Wirkung auf Menschen besteht aus diesem Mut, Emotionen zu zeigen.  

Punkt 4: Der Wille, es besser zu machen/Eigene Standards

„Ich will der Trainer sein, den ich mir als Spieler immer gewünscht habe“ – Eine nachvollziehbare Maxime, nach der Klopp da handelt. Und dennoch handeln viele Menschen in Machtpositionen nichtso. Zwar orientieren sich viele Menschen an anderen Vertretern ihrer Branche, aber oftmals in unguter Weise. Wenn sie hart behandelt wurden, dann glauben sie, sich auch so verhalten zu müssen – oder sich so verhalten zu dürfen. Jürgen Klopp macht es anders:

„Wie, glaube ich, sollte man mit mir umgehen, damit ich mit Freude arbeite und total leistungsbereit bin? Das ist die einzige Maxime, nach der ich handle.“

Somit schafft Klopp eben nicht eine Atmosphäre der Angst, sondern des Vertrauens in der Mannschaft. Die hohen Ansprüche, die er an sich selbst setzt, verändern auch die Einsatzbereitschaft, das Selbstvertrauen und nicht zuletzt die Zufriedenheit der Spieler. 

Punkt 5: Humor 

„Ich habe nie einen Trainer getroffen, der auf so natürliche Weise witzig ist“, attestiert Fußballprofi Mario Götze. Er habe Jürgen Klopp in Düsseldorf kurz vor dessen Haartransplantation getroffen. Klopp habe ihm alles über die Transplantation erzählt, habe gelacht und ihm schließlich augenzwinkernd versichert, er werde die Nummer des Arztes für ihn – Mario – speichern. „Anderen Leuten wäre diese Angelegenheit vielleicht peinlich gewesen.“ 

Humor ist eine Eigenschaft, die äußerst attraktiv auf unsere Mitmenschen wirkt. Nicht zuletzt in der Partnerwahl werden PartnerInnen mit einem Sinn für Humor anderen potentiellen Partnern vorgezogen4. Klopp schafft es, Menschen zum Lachen zu bringen und zwar, indem er andere und vor allem sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Er ist sich nicht zu schade, zuzugeben, dass er sich Haare implantieren lässt. Er ist sich nicht zu schade in einem Interview zu singen, sich zu verkleiden. Durch seinen Humor bleibt er im Gedächtnis.

Was kannst Du daraus lernen? 5 Lektionen

Warum solltest Du überhaupt etwas von Jürgen Klopp lernen? Ganz einfach: Klopp ist ein Beispiel für ausgezeichnete Führungsqualitäten – und Führungsqualitäten werden in extrem vielen Lebensbereichen gefordert. Selbstverständlich im Job, aber auch in der Kindererziehung oder nicht zuletzt in der Selbstführung. Klopps Führungsstil nennt sich Transformationale Führung. Dieser Führungsstil ist – wenn richtig angewandt – der effektivste, denn er führt zu Vertrauen, Loyalität, Teamgeist und intrinsischer Motivation bei den Geführten5

Lektion 1: Schenke Vertrauen

Dies ist die erste Lektion, da es vielleicht sogar die wichtigste ist. Gib Deinen Mitmenschen einen Vertrauensvorschuss. Vertrauen ist die größte Form der Wertschätzung. Wenn Du einem Menschen vertraust, dann spürt die Person das. Sie merkt, dass Du sie für wertvoll und stark hältst. Sie wird beginnen, sich sicher bei Dir zu fühlen und ehrlich zu Dir zu sein. Sie wird Deine Nähe suchen und Dich ebenfalls mit Vertrauen belohnen. Sie wird Dich sehr mögen und es wird ihr wichtig sein, ein gutes Verhältnis zu Dir zu bewahren und Dich glücklich zu machen.

Jürgen Klopp handelt nicht nach der viel zitierten Devise „Vertrauen muss man sich verdienen“. Ich halte ebenfalls nichts davon. Denn warum sollte sich jemand die Mühe machen, Dein Vertrauen verdienen zu wollen? Dafür müsste man sich erstens anstrengen und zweitens müsste man auch erst einmal auf die Idee kommen, dass das überhaupt ein erstrebenswerter Zustand ist. „Vertrauen bekommst Du geschenkt“ – nach diesem Leitsatz behandelt Klopp seine Spieler und wird mit Zuneigung, Respekt und immer besseren Leistungen belohnt.

Lektion 2: Sprich Lob aus

Vertrauen ist die eine Sache, dezidiertes und personalisiertes Lob ist die andere Sache. Wir loben andere Menschen viel zu wenig. Das hat mehrere Gründe. Erstens sind wir einfach viel zu viel mit uns selbst und unseren Zielen beschäftigt, um daran zu denken. Zweitens haben wir als Menschen eine Tendenz, negativen Ereignissen mehr Beachtung zu schenken als positiven Ereignissen6. Evolutionär gesehen macht dieser Negativitäts-Effekt Sinn, da wir so Gefahren besser wahrnehmen können, für den Umgang mit Menschen ist er jedoch mehr als hinderlich.

Ein dritter Grund für unsere Sparsamkeit mit Lob ist die unbewusste Sorge, dass das der anderen Person „zu Kopf steigen“ könnte. Fakt ist jedoch, dass fast nichts einen Menschen so machtvoll und nachhaltig zu Dir ziehen wird wie ehrlich gemeintes und klar geäußertes Lob. Probiere es aus! Fang bei Deinen Freunden und Deiner Familie an und melde ihnen einmal ehrlich zurück, was Du an ihnen schätzt. Vielleicht wird Dich die Stärke des Effekts verblüffen.

Lektion 3: Zeige Dich und Deine Gefühle

Das offene Zeigen von Emotionen war lange Zeit ein Tabu und wird oftmals immer noch als Zeichen von Schwäche missdeutet. Dabei wurde übersehen, dass Emotionen ein unglaubliches wichtiges und mächtiges Werkzeug im Umgang mit Menschen sind. Du erinnerst Situationen, in denen Du emotional aktiviert warst, viel besser als andere Situationen7. Wenn Du emotional bist und andere Personen in der Nähe sind, fühlst Du dich diesen hinterher verbundener – und Du findest sie anziehender8. Die Emotionen des Gegenübers zu aktivieren, lohnt sich also immer. Und am leichtesten funktioniert das, wenn Du selbst Emotionen zeigst.

Warum das so ist? Das liegt an bestimmten Nervenzellen – den so genannten Spiegelneuronen in unserem Gehirn. Diese Neuronen sind dafür verantwortlich, dass Du lächelst, wenn Dich jemand anlächelt, dass Du den Schmerz förmlich spürst, wenn jemand anders sich in den Finger schneidet, dass Du gähnst, wenn jemand anders gähnt. Deine Stimmungen und Gefühle können andere Menschen anstecken. Daher zeige sie. Zeige Freude, zeige Stolz, zeige Traurigkeit, zeige Ärger, zeige Angst. Emotionen machen Dich authentisch, nahbar, sympathisch und schließlich charismatisch. Da wir jedoch gewohnt sind, uns zurückzuhalten, erfordert es Mut und einiges an Übung, Gefühle zeigen zu können. Beginne am besten dosiert und in kleinen Schritten. Ein Hinweis: Freude eignet sich zum Einstieg am besten, weil es die sozial akzeptierteste Emotion ist. 

Lektion 4: Definiere Deine eigenen Werte

Wir alle sind durch die Gesellschaft mit einem gewissen Wertesystem ausgestattet: Lügen ist schlecht, Unpünktlichkeit auch. Fleiß ist gut – so lernen es viele Menschen in Deutschland. Dann hat jeder Mensch individuelle Werte, die sich im Lauf des Lebens durch unsere Erziehung und Lebenserfahrung herausbilden. Persönliche Werte sind Überzeugungen oder Eigenschaften, die Du als gut oder erstrebenswert ansiehst. Wenn Du Deinen Umgang mit Menschen optimieren möchtest, lohnt es sich, einmal über Deine Werte nachzudenken. Warum? Nun, Menschen, die Überzeugungen haben und zu diesen stehen, werden als attraktiver, charismatischer und überzeugender wahrgenommen. Lebst Du nicht nach Deinen Werten oder kannst diese nicht so richtig definieren, so wirkt das immer nach außen und schwächt Dich im Umgang mit anderen. Um Deinen Werten näher zu kommen, nimm Dir die Zeit und setz Dich mit einem Blatt Papier und einem Stift hin und schreib Dir einmal Deine persönlichen Antworten auf folgende Fragen auf: 

  • Welche Eigenschaften sind mir an einem Menschen am wichtigsten?
  • Was für ein Mensch möchte ich selbst sein?
  • Was sollen meine Kinder über mich sagen?

Lektion 5: Nimm Dich nicht zu ernst

Last but not least: Niemand ist perfekt. Wir sind Doch alle – so wie Jürgen Klopp sich selbst attestiert – „the normal one“. Nichts ist unsympathischer als Menschen, die nicht in der Lage sind, über sich selbst zu lachen oder einen Fehler zuzugeben. Menschen, die sich selbst nicht zu ernst nehmen, haftet eine gewisse spielerische Leichtigkeit, ein Savoir-Vivre (wie die Franzosen sagen) an. Sie scheinen einem zu sagen: „Ich bin ok, Du bist ok, aber es gibt auch wichtigere Themen. Also lass uns ein Bier trinken gehen.“

Quellen

[1] Altfeld, S. & Kellermann, M. (2014). Analyse der Beanspruchungs- und Erholungsbilanz deutscher Trainer. Zeitschrift für Sportpsychologie, 21, 137–148. 

[2] Karasek, R. A. (1979). Job Demands, Job Decision Latitude, and Mental Strain: Implications for Job Redesign. Administrative Science Quarterly, 24(2), 285–308. 

[3] Krause, C. (2015). Mit dem Glauben Berge versetzen?. Springer Berlin Heidelberg.

[4] McGee, E., & Shevlin, M. (2009). Effect of humor on interpersonal attraction and mate selection. The Journal of Psychology143(1), 67-77.

[5] Pelz, W. (2016). Transformationale Führung–Forschungsstand und Umsetzung in der Praxis. In Wirksame und nachhaltige Führungsansätze (pp. 93-112). Springer, Wiesbaden.

[6] Rozin, P., & Royzman, E. B. (2001). Negativity bias, negativity dominance, and contagion. Personality and social psychology review5(4), 296-320.

[7] MacKay, D. G., Shafto, M., Taylor, J. K., Marian, D. E., Abrams, L., & Dyer, J. R. (2004). Relations between emotion, memory, and attention: Evidence from taboo Stroop, lexical decision, and immediate memory tasks. Memory & Cognition32(3), 474-488.

[8] White, G. L., Fishbein, S., & Rutsein, J. (1981). Passionate love and the misattribution of arousal. Journal of Personality and Social Psychology41(1), 56.

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